Durchfall bei Hunden

Durchfall beim Hund

Ein Durchfall beim Hund ist sowohl für das Tier, als auch für den Hundehalter, eine äußerst unangenehme Sache. Indikatoren von Durchfall sind ein erhöhter Anteil von Flüssigkeit im Hundekot, kombiniert mit einer vermehrten Kotmenge und Häufigkeit der Ausscheidung. Das Resultat ist jedem Hundebesitzer ausreichend bekannt:

  • ein leidender Hund
  • ein unangenehm riechendes Durcheinander
  • unzählige Ausflüge nach draußen
  • umfangreiche Reinigungen

also „Alles in Allem“ ein miserables Erlebnis, gleichermaßen für Hund und Mensch.

Fakt ist auch, dass fast alle Hunde früher oder später einmal an Durchfall leiden. Die Ursachen hierfür sind meist eher simpel und mit den Essgewohnheiten des Hundes verbunden. Denn leider bedienen sich die Hunde oft auch an Essensresten, Abfällen, verrottendes Aas, schmutzigen Pfützen, Kot anderer Tiere und weiterer schlecht verträglicher Dinge. Glücklicherweise verlaufen die meisten Fälle jedoch mild und ohne weitere Folgen für den Hund. Einige Kenntnisse der Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Durchfall können Ihnen dabei helfen, besser vorbereitet zu sein, wenn der Durchfall zuschlägt.

Ursachen von Durchfall bei Hunden

Weitere mögliche Ursachen für einen Durchfall beim Hund sind Virusinfektionen, Parasiten, Lebensmittelallergien oder Unverträglichkeiten, bakterielle Infektionen, und entzündliche Störungen (scroll down für Teilliste). Tierärzte beginnen die Ursachenforschung durch eine Klassifizierung basierend auf die Dauer, den Standort und die Schwere des Durchfalls.

Einige der häufigsten Ursachen von Durchfall bei Hunden, sind wiederum auf die Ernährung zurückzuführen:

  • zu hohe Dosierung des Futters
  • Aufnahme von Abfällen, Aas oder verdorbenem Essen
  • Aufnahme von Pflanzen, Rinden, Knochen, Stoffen oder anderen unverdaulichen Dingen
  • Aufnahme von Kot
  • Abrupte Futterumstellungen
  • qualitativ minderwertiges Futter
  • Ernährungsunverträglichkeiten, z.B. gegenüber fetthaltigen Lebensmitteln, gewürzten Lebensmitteln oder Lebensmittelzusatzstoffens
  • Laktoseintoleranz
  • Lebensmittelallergien, z.B. gegen Milch, Weizengluten, Soja, Mais, Rindfleisch

Akuter und chronischer Durchfall bei Hunden

Akuter Durchfall bei Hunden kommt häufiger vor als gedacht. Es beginnt meist plötzlich und dauert in der Regel ein paar Tage bis zu einer Woche. Die häufigsten Ursachen für akuten Durchfall sind ernährungstechnische Probleme, Virusinfektionen und Darmparasiten. Auch ein stressiges Ereignis und eine abrupte Ernährungsumstellung können zu Durchfall führen, ebenso wie Milchprodukte, da viele Hunde laktoseintolerant sind.

Durchfall gilt als chronisch, wenn er trotz Behandlung drei Wochen oder länger anhält oder in regelmäßigen Abständen wiederkehrt. Chronischer Durchfall kann mit bestimmten Parasiten, Lebensmittelallergien, entzündlichen Darmerkrankungen, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen und systemischen Erkrankungen wie Leberproblemen, Bleivergiftungen und Krebs in Verbindung gebracht werden.

Kleiner und großer Darmdurchfall bei Hunden

Die Art der Symptome, die Ihr Hund aufweist, kann dabei helfen, die Probleme einzugrenzen. Durchfall, der aus dem weiter oben gelegenen Dünndarm stammt, kann weich bis flüssig, übelriechend, ziemlich voluminös und variabel in der Farbe sein. Oft sind diese Symptome auch begleitet von Blähungen. Bei Durchfallerkrankungen des kleinen Dünndarms ist es eher selten, das Blut im Stuhl vorhanden ist. Ursachen hierfür sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Pankreasinsuffizienz oder eine Darmentzündung.

Durchfall, der aus dem Dickdarm stammt, hat hingegen andere Ursachen. Hunde mit Kolitis haben häufig den plötzlichen Drang sich zu entleeren. Der Hund wird immer wieder (auch des Nachts) darum bitten, nach draußen zu gehen oder auch mal im Haus seinem Bedürfnis nachkommen. Jeder Anfall von Kolitis ergibt kleine Mengen an klumpigem oder flüssigem Kot, welche zudem Tropfen oder Streifen von Blut und Schleim enthalten können. Oft quetscht der Hund dann beim Stuhlgang nur wenige Tropfen aus. Dieser sogenannte 'Kolitistanz' ist ein klassisches Zeichen für einen Dickdarmdurchfall, wird aber von Hundebesitzern meist als Verstopfung missverstanden. Häufige Ursachen von Kolitis sind in der Regel Parasiten wie Hakenwürmer, Rundwürmer, Peitschenwürmer, Giardien oder Kokzidien.

Milder und komplizierter Durchfall bei Hunden

Viele Fälle von Durchfall verlaufen mild und zeitlich begrenzt. Sie sind mit einfachen Behandlungsmethoden und häuslicher Pflege gut in den Griff zu bekommen. Andererseits kann Durchfall aber auch komplexe medizinische Ursachen haben. Durchfallbedingter Flüssigkeitsverlust, insbesondere wenn er von Erbrechen begleitet ist, kann schnell zu einer Dehydrierung des Hundes und somit zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen. Dies gilt insbesondere für Welpen und ältere Hunde. Chronische, langanhaltende Erkrankungen des Dünndarms verursachen in der Regel Gewichtsverlust und Unterernährung. Einige Formen von akutem Durchfall können lebensbedrohlich sein und erfordern eine sofortige Behandlung. Dazu gehören Staupe, Parvovirose, Vergiftungen und Darmverschluss.

Was können Sie tun, wenn Ihr Hund Durchfall hat

Durchfall ist bestenfalls ein Ärgernis. Im schlimmsten Fall kann es aber auch lebensbedrohlich für Ihren Hund sein.

Wenden Sie sich sofort an Ihren Tierarzt, wenn der Durchfall Ihres Hundes:

  • begleitet von wiederholtem Erbrechen, Lethargie, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, genereller Schwäche oder Fieber begleitet ist
  • die Ausscheidung größere Mengen Blut enthält
  • schwarz oder teerartig ist
  • mit der Einnahme von etwas Toxischem zusammenhängt
  • bei einem Welpen unter neun Monaten auftritt, insbesondere wenn keine Impfungen erfolgt sind
  • bei einem älteren oder gebrechlichen Tier auftritt
  • sich der Zustand trotz häuslicher Pflege nach 48 Stunden nicht verbessert oder gar verschlechtert

Wenn gesunde, erwachsene Hunde einen leichten Durchfall haben, so können Sie diesen meist zu Hause zu behandeln. Im Zweifelsfall konsultieren Sie Ihren Tierarzt. Beginnen Sie mit der Zurückhaltung von Lebensmitteln für 12-24 Stunden, damit sich der Verdauungstrakt erholen kann. Bei kleinen oder sehr jungen Hunden sollten Sie hingegen immer Ihren Tierarzt konsultieren.

Nach dem Fasten geben Sie Ihrem Hund zunächst mehrere kleine Mahlzeiten mit leicht verdaulichen Lebensmitteln wie z.B. gekochtes, fettarmes Hühnerfleisch (ohne Haut) und Reis. Kommerzielle Schonkost ist auch eine gute Option. Erwägen Sie die Zugabe eines Probiotikums wie z.B. das Naturkraft-Pro-5 von Reico, für mindestens 7 Tage. Ihr Tierarzt kann Ihnen sicherlich auch einige spezifische probiotische Ergänzungsprodukte empfehlen.

Füttern Sie diese Diät so lange, bis Ihr Hund für 48 Stunden keinen Durchfall mehr hat. Danach gewöhnen Sie ihn langsam wieder an die normale Kost, indem Sie diese mit dem Diätfutter für einige Tage vermischen. Meiden Sie auf jeden Fall jegliche Art von Futter oder anderen Leckereien, die das Problem ausgelöst haben könnten.

Sie sollten während der Dauer des Durchfalls den Bewegungsradius Ihres Hundes auf einen Teil des Hauses beschränken, dessen Bodenbeläge leicht zu reinigen sind. Reduzieren Sie den Ausgang auf mehrere, kurze Spaziergänge und vermeiden lange, anstrengende Wanderungen, damit sich Ihr Hund schneller erholen kann. Halten Sie Ihren Hund auch getrennt von anderen Hunden für den Fall, dass das Problem ansteckend ist. Entsorgen Sie jeglichen Kot, den Ihr Hund hinterlässt. Wenn der Kot zu flüssig ist, um diesen aufzunehmen, spülen Sie den Bereich mit Wasser. Tragen Sie auch Sorge für Ihre eigene Hygiene und waschen Sie regelmäßig Ihre Hände, da einige Durchfallerkrankungen auch auf den Menschen übertragbar sind.

Reichen Sie Ihrem Hund niemals irgendwelche rezeptfreien Medikamente, sondern nur solche, die von Ihrem Tierarzt verordnet wurden. Unsachgemäße Verwendung von Medikamenten kann Haustiere sehr krank machen und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Wenn Ihr Hund in die Tierklinik muss

Sie können Ihrem Tierarzt bei der Ursachenanalyse unterstützen, indem Sie ihm möglichst viele Hintergrundinformationen geben. Sie sollten mit Antworten auf die folgenden Fragen vorbereitet sein:

  • Wann hat der Durchfall begonnen?
  • Wie oft pro Tag hat Ihr Hund Durchfall?
  • Sind die Bedürfnisse dringend, macht er ins Haus, oder hat er Mühe beim Stuhlgang?
  • Haben Sie Blut oder Schleim im Kot entdeckt?
  • Was ist die Ernährungsgeschichte Ihres Hundes, einschließlich Futterumstellungen und bekannter Nahrungsunverträglichkeiten?
  • Welche Behandlungen hat der Hund bereits hinter sich und wie haben diese angeschlagen?
  • Haben Sie andere Anzeichen bemerkt, einschließlich Erbrechen, Lethargie oder Appetitlosigkeit?
  • Hatte Ihr Hund Kontakt mit anderen Tieren, die möglicherweise krank waren?
  • Gab es in letzter Zeit irgendwelche stressigen Ereignisse?
  • Was ist der aktuelle und vergangene Impfstatus Ihres Hundes?

Ihr Tierarzt wird eine vollständige körperliche Untersuchung durchführen. Hierbei werden vor allem Anzeichen von Dehydrierung, Anämie, Bauchschmerzen, Darmunregelmäßigkeiten, Fieber, und Gewichtsverlust überprüft. Ihr Tierarzt wird höchstwahrscheinlich eine Fäkalanalyse für Parasiten durchführen wollen, also vergessen Sie nicht, eine frische Stuhlprobe mitzubringen.

Bei simplen Durchfallerkrankungen ist der Behandlungsplan in der Regel recht einfach. Ihr Tierarzt wird Ihrem Hund wahrscheinlich eine spezielle Diät und/oder geeignete Medikamente verordnen. Bei Bedarf wird er auch eine Wurmkur verschreiben. Stärker erkrankte Hunde benötigen hingegen eine weitreichendere Untersuchung wie z.B. Labortests, Röntgenaufnahmen, Blutanalysen und Fäkalientests. Sehr kranke Hunde müssen möglicherweise an den Tropf oder für eine intensive medizinische Behandlung in eine Klinik eingeliefert werden. Bei chronischen Durchfällen sind ggf. Lebensmittel- und Medikamentenstudien notwendig. Eine korrekte Diagnose kann im Ernstfall auch eine Operation oder Biopsie erfordern.